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Kevin Schade
Kevin Schade

Schades Sonderrolle – „Kevin bringt ein paar Komponenten dafür mit“

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Die Startelf des SC Freiburg im Pokalspiel überraschte: Christian Streich schickte dieselbe Elf auf den Platz, die im Bundesligaspiel noch gegen die TSG Hoffenheim verloren hatte. Doch taktisch hatte der Cheftrainer spannende Kniffe in der Hinterhand – eine wichtige Rolle spielte dabei Kevin Schade.

Taktische Sonderrolle: David Raum in Manndeckung

Personell setzte Christian Streich auf dieselben Spieler, die am 15. Spieltag in einem 4-2-3-1 gegen die TSG Hoffenheim aufliefen. Da es zu Beginn große Probleme gegen Hoffenheims breite Formation gab, war jedoch klar, dass es taktische Änderungen geben wird. Während die Anfangsformation nur eine kleine Änderung – nämlich ein flaches 4-4-2 statt des etwas auseinandergezogenen 4-2-3-1 – vermuten ließ, waren die taktischen Details deutlich spannender.

Denn beide Außenverteidiger, aber besonders Rechtsverteidiger Lukas Kübler, spielte im eigenen Aufbauspiel eine sehr flache Position. Dies half beim eigentlichen Kniff: Gegen den Ball verschob man aus dem 4-4-2 in eine Art 3-4-3. Kübler, der in der Vergangenheit auch schon den rechten Innenverteidiger einer regulären Dreierkette spielte, rückte etwas ein, Kevin Schade fiel rechts weit zurück.

Durch diese Verschiebung des Systems spiegelte man Hoffenheims „Außenspieler“ (tlw. auch „Joker“ oder „Schienenspieler“ genannt) im 3-5-2. Dadurch konnte man eine manndeckungs-orientierte Defensivtaktik etablieren. Kevin Schade kam dabei als direkter Manndecker von David Raum zum Einsatz, der im Meisterschaftsduell die große Problemstelle für Freiburgs Viererkette darstellte und schon nach drei Minuten sein erstes Saisontor erzielte.

Warum wählte Streich dafür Schade?

Christian Streich gab sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart zufrieden über Schades Leistungen in dieser Sonderrolle: „Er bringt ein paar Komponenten mit, damit er das so spielen kann, wie er es interpretiert hat.“

Die wichtigste Qualität Schades ist seine Geschwindigkeit. Um gegen den Ball neben dem eigenen Sechzehner zu verteidigen, nach dem Umschalten aber schon wieder Gefahr im gegnerischen Strafraum auszustrahlen, muss ein Spieler eine enorme Schnelligkeit aufweisen. Mit einer gemessenen Spitzengeschwindigkeit von 36,37 km/h ist Schade der zweitschnellste Spieler dieser Bundesligasaison.

Um gegen einen offensivstarken Spieler wie David Raum zu bestehen, muss auch eine gewisse Zweikampfstärke und Physis gegeben sein. Bei letzterem hatte sich Schade diese Saison eigentlich empfohlen, im Spiel gegen Hoffenheim hatte er jedoch etwas Probleme damit.

Um die Aufgabenstellung zu komplettieren, ist aber auch eine Gefahr nach vorne wichtig. Denn während Schade defensiv Raum absichern soll, muss er ihn auch offensiv fordern. Schades Abschlussstärke hebt Christian Streich hier besonders hervor. Bestätigt wurde diese Einschätzung durch Schades Tor zum wichtigen 3:1, das Hoffenheims Comeback-Bemühungen in ihre Schranken verwies.

Sonderrolle auch gegen Stuttgart eine Überlegung?

Mit genaueren Ausführungen zu Kevin Schades taktischer Rolle hielt Christian Streich sich bedeckt. Möglicherweise ein Zeichen, dass er auch im kommenden Derby mit dieser Taktik agieren möchte. Auch der VfB Stuttgart spielt mit einer Dreierkette und hat auf der linken Seite mit Borna Sosa einen sehr offensivstarken Außenspieler im Kader.

Streich bestätigt zwar, dass es Überlegungen gibt, es ähnlich zu machen, festlegen möchte er sich aber nicht. Er befürchtet wohl, dass sein Gegenüber Pellegrino Matarazzo lauscht und sich heimlich Notizen macht.

Ohnehin legt sich Streich nur ungerne frühzeitig mit seiner Startformation fest. In der Vergangenheit verriet er, dass er manchmal sogar erst am Spieltag die finale Entscheidung trifft und seinen Spielern mitteilt. Außerdem können immer noch Ausfälle hinzukommen.

Wackelt Schade im Derby?

Ein derartiger Ausfall könnte auch Kevin Schade treffen. Der gelernte Rechtsaußen hatte im Pokalspiel bei einem Konterspielzug etwas abbekommen. „Es war massiv, wie der Gegenspieler ihm da ins Gelenk gestiegen ist“, sorgt sich Streich um den Youngster.

Neben dem angeschlagenen Schade wackeln wohl weitere Spieler. Noch bei 2-3 weiteren Spielern sei unklar, ob sie für das Spiel in Frage kommen. „Damit der VfB nicht zu viel weiß“, verrät Streich jedoch keine weiteren Namen. Wenn Kevin Schade einsatzbereit ist, dürfte er jedoch wieder zum Einsatz kommen – und möglicherweise auch in der neuen Rolle als Hybridspieler.

Quelle Titelbild: SC Freiburg

Autor: Nik Staiger (Twitter @Nik_Staiger)

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