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Freiburgs Systemfrage: Dreier-, Vierer- oder Fünferkette?

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Der SC Freiburg zeigt sich gerne variabel in der taktischen Grundformation. Mit 4-4-2, 4-2-3-1, 3-4-3 (bzw. 5-4-1) und 3-5-2 (bzw. 5-3-2) hat Cheftrainer Christian Streich diverse Spielsysteme im Köcher, die er seinen Breisgauern als Formation an die Hand geben kann. Auf der Pressekonferenz vor München fragte Nik Staiger ihn, wie seine Entscheidungsfindung aussieht. (05.11.2021)

Freiburg spielt keine Fünferkette

„Wir spielen eigentlich nie Fünferkette“, so Streich auf der Pressekonferenz, „Wir spielen eigentlich immer Dreierkette. Es gibt Mannschaften, die spielen mit fünf hinten, aber das machen wir nicht. Wir spielen mit drei hinten.“

Den Unterschied sieht Streich darin, dass die „Außenspieler“ – Freiburgs Begriff für die „Wingbacks“ bzw. „Schienenspieler“ zur Dreier- oder Fünferkette – bei einer Fünferkette hinten bleiben würden. Als Beispiel nennt er Benfica Lissabon.

Dreier- oder Viererkette?

Zunächst mal sei es gut, dass der SC Freiburg beide Systeme spielen könne. Das gibt dem SC Freiburg Variationsmöglichkeiten je nach Gegner und Spielsituation. Im besten Fall könne man natürlich ohne Auswechslungen zwischen den Systemen variieren. So geschehen beispielsweise im Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück, als Streich in der 82. Minute Keven Schlotterbeck aus der Innenverteidigung in die Mittelfeldzentrale stellte, um im 4-4-2 statt im zuvor gespielten 3-4-3 zu agieren. Hierbei brachte Streich zwar Woo-Yeong Jeong für Janik Haberer, damit Jeong die neu entstandene Rechtsaußen-Rolle übernahm, Janik Haberer hat diese Position in der Vergangenheit aber auch schon gespielt – ein direkter Formationswechsel wäre also durchaus möglich gewesen. Ohnehin ist Haberer im Spiel der Dreierkette häufig auf den rechten Flügel ausgewichen, da mit Ermedin Demirovic ein nomineller Mittelstürmer auf der rechten Halbposition im 3-4-3 auflief.

Prozess der Entscheidungsfindung

„Da kann ich nicht ins Detail gehen, das ist zu komplex“, wehrte Streich die Frage in der Pressekonferenz ab, „da müssten wir an der (Taktik-)Tafel stehen und ich müsste das aufzeigen.“

Ein paar Einblicke in die Entscheidungsfindung gab er aber trotzdem. Natürlich ist eine Anpassung an den Gegner immer ein Thema – und auch, wie viel man sich dem Gegner anpassen möchte. Wie kann man die defensiven Räume für den Gegner am besten schließen, dabei aber offensiv eigene Räume öffnen?

Welches System trotzt den Bayern?

Wie genau der SC Freiburg gegen die Bayern spielen wird, hat Christian Streich natürlich nicht verraten. Es gebe Argumente für beide Varianten. Man habe „einige Stunden“ im Trainerbüro darüber nachgedacht, wie die taktische Grundformation gegen die Bayern sein soll. Konkret bedeutet das: „Wir müssen auf Bayern schauen.“

Deren Trainer Julian Nagelsmann verändere immer ein bisschen. Sie spielten in den letzten Spielen immer etwas anders. Mal baute man das Spiel aus einer Dreierkette (RV schiebt ein) auf, mal wurden nur die beiden Innenverteidiger für die Spieleröffnung genutzt. Die Bayern versuchen konstant, es dem Gegner schwierig zu machen. Dasselbe müsse man auch schaffen – es den Bayern schwierig machen.

Viererkette als Mittel der Wahl?

Einen möglichen Hinweis gab jedoch die Antwort auf die Frage von David Weigend (Badische Zeitung), ob Jeong oder Kevin Schade nach der Trainingswoche die Nase vorne hätte: „Warum meinen Sie ‚Die Nase vorn‘? Im letzten Spiel haben ja Woo-Yeong und Kevin Schade beide gespielt. Hätten Sie einen draußen jetzt?“ Weiter sagte Streich: „Die Nase vorne hat keiner. Beide haben die Nase gut in der Luft“

Das würde dann bedeuten, dass gegen die Münchner das 4-4-2 mit Schade auf Rechts und Jeong als Hängende Spitze gespielt werden könnte, mit dem man schon im letzten Aufeinandertreffen einen Erfolg erzielte. Im Mai spielte man im heimischen Dreisamstadion 2:2 Unentschieden.

Quelle Titelbild: @MichiT3103 (Twitter)

Autor: Nik Staiger (Twitter @Nik_Staiger)

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