Balljungs – Der Fußball Blog Rund um Bundesliga, Champions League und Europa League

Christian Streich: So kommt man beim SC Freiburg in die Startelf

| 1 Kommentar

Der Kampf um einen Platz in der Anfangsformation ist schwierig, denn es sind nun mal keine 26 Spieler in der Startelf. Christian Streich gab Einblicke, wie Spieler es trotzdem schaffen können, sich einen der begehrten Plätze zu erkämpfen.

Talente müssen sich gedulden

„Es ist eine schnelllebige Welt“, erzählt Streich, „und die jungen Menschen werden auch mit dieser Schnelligkeit erzogen. Die können nicht auf die Bremse treten.“ Damit spielt er auf den immer größer werdenden Leistungsdruck schon im jungen Alter an.
Mit Anfang 20 gilt man heutzutage schon oft als gescheitertes Talent, die Spielzeit in den A-Mannschaften wird immer relevanter bei jungen Spielern.

Doch Streich sieht das anders: „Es ist ein Prozess, in die erste Liga zu kommen. Auch wenn man in der Bundesliga nicht spielt, kann es eine gute Zeit sein, weil man mit einer guten Mannschaft trainiert. Wenn man in der zweiten Mannschaft spielt, kann das jungen Spielern auch helfen.“

Das sei auch schwer, den Spielern zu erklären. Dabei ist es normal, dass Spieler, die aus der Jugend hochkommen, nicht sofort vorne dabei sind. Hierbei müsse man „individuell den besten Weg suchen“ – und das bedeutet nicht, dass eine Leihe immer die beste Lösung ist.

Fußball ist ein Leistungssport

Eine Möglichkeit, die jeder Spieler hat, ist das Angebot für Einsätze über Trainingsleistungen. Streich möchte Spieler sehen, die ihn und seine Co-Trainer im Training beeindrucken, dabei gehe es manchmal nur um Kleinigkeiten.

„Es geht übers Training – für alle Spieler“, erklärt Streich. Dabei geht es nicht nur darum, engagiert zu sein, auch die Leistung muss stimmen. Er möchte in die Trainerkabine kommen und auf die Frage „Ist der Spieler dir heute auch aufgefallen?“ ein „Ja!“ von seinen Kollegen hören.

10 Spiele in Folge ohne Niederlage sprechen ein deutliches Zeichen für die bisherigen Stammspieler. Auch während der Niederlagen hat man „nicht schlecht gespielt. Da lässt man es im Gros.“ Es geht also auch darum, besser zu sein als die Mitspieler. Fußball ist ein Leistungssport – und durch Leistungen muss man überzeugen.

Chancen nutzen

Leistungen müssen vor allem gezeigt werden, wenn man die Chance bekommt, sich im Pflichtspiel zu zeigen. Janik Haberer beispielsweise „wird immer eingewechselt. Das ist schon mal eine ziemliche Anerkennung“, lobt Streich den Mittelfeldspieler, es fehlt noch ein bisschen mehr Konstanz in den Aktionen.“ Haberer hat zwar immer wieder gute Aktionen wie das Tor gegen Bayern, aber es schwanke zu sehr, dass Streich ihm über 90 Minuten das Vertrauen schenkt.

Es geht also nicht nur darum, sich Chancen zu erarbeiten – diese muss man auch nutzen. So hat es Kevin Schade getan. Auf drei Kurzeinsätze folgte ein etwas enttäuschender Startelf-Einsatz. Drei Spiele später kam er wieder auf Kurzeinsätze, empfahl sich damit erneut für die Stammelf gegen Greuther Fürth. Über zwei weitere Kurzeinsätze spielte er sich in die Startelf – drei Spiele in Folge wurden von einem Assist und einem Tor im Spiel gegen Gladbach gekrönt. (Freiburger Rochade: Wie Kevin Schade sich zu Chancen rotiert)

Es kann jeden treffen

Vor einem Platz auf der Bank ist niemand geschützt. Das können ehemalige Stammspieler und sogar Leistungsträger sein. Dabei muss es nicht einmal deren Verschulden sein, auch äußere Umstände können dazu führen, dass man seinen Stammplatz verliert. So stand Roland Sallai diese Saison erst vier Mal in der Startelf – an den Spieltagen zwei bis fünf.

Sallai verpasste den Vorbereitungsstart wegen der Europameisterschaft. Dabei habe er aber sehr viel arbeiten müssen und er verpasste die Startelf zum Saisonstart. Nach dem Wechsel der Formation auf ein 3-4-3 empfahl sich Woo-Yeong Jeong einfach mehr. Seine Bemühungen um die Startelf wurden dann von einer Verletzung ausgebremst. (Freiburgs Systemfrage: Dreier-, Vierer- oder Fünferkette?)

Seit der Verletzung hat er noch nicht gezeigt, „voll da“ zu sein. Obwohl Streich ihn sofort wieder eingesetzt hat. Streich brachte ihn in jedem Spiel und gab ihm die Chance, sich zu zeigen. Weniger Hadern mit der Bank, mehr Fokussieren auf die Zeit, die man hat – das sei das Ziel.

„In Freiburg müsste ich doch spielen!“

Dabei ist es in Freiburg derzeit schwer, sich für die Startelf zu empfehlen. Streich führt aus: „Wenn wir schlecht gespielt hätten, hätten wir mehr verändert. Aber wenn die Leistungen konstant sind, willst du auch eine Konstanz im Team haben, damit du auch die Leistungen erhältst.“ Es gab aber Chancen, so hat Kevin Schade Woo-Yeong Jeong den Rang abgelaufen, nachdem dieser mehrfach nicht getroffen hat. (Freiburger Abschlussqualität: Kaum Tore aus dem laufenden Spiel?)

Auch in Freiburg wird das schwieriger. Manche Spieler scheinen zu denken: „In Freiburg müsste ich doch spielen!“, doch Freiburg hat eine positive Entwicklung gemacht und ist auch in der Breite stärker. „Wenn du keine Verletzten hast, ist es nicht einfach, unter die ersten Elf zu kommen!“

In einen ohnehin starken Kader kam mit Nico Schlotterbeck ein weiterer Innenverteidiger hinzu, mit Kevin Schade drängte ein neuer Offensivspieler in die Stammelf und im Mittelfeld wurde zumindest der Abgang von Baptiste Santamaria passend durch Maximilian Eggestein ersetzt, dazu bot sich Talent Yannik Keitel stärker für die Startelf an. Auch in Freiburg wird einem nichts geschenkt.

Autor: Nik Staiger (Twitter @Nik_Staiger)

Ein Kommentar

  1. Pingback: Keven Schlotterbeck – im Schatten des kleinen Bruders

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.