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Keine Probleme bei der Registrierung: Der Kader des SC Freiburg
Keine Probleme bei der Registrierung: Der Kader des SC Freiburg

Der SC Freiburg und die Kader-Registrierung der Europa League

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Durch die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb unterliegt der SC Freiburg erweiterten Regularien für die Kader-Registrierung. Welche Regeln gibt es und wie gut ist der Freiburger Kader dahingehend aufgestellt?

Regeln für die Registrierung: Die A-Liste

Die Regeln zur Zusammenstellung eines Kaders für UEFA-Wettbewerbe sind nicht ganz einfach. Dabei gibt es eine A-Liste, eine B-Liste und verschiedene Regeln, wer über welche Liste nominiert werden darf. Die A-Liste ist die „normale“ Kader-Liste. Sie umfasst maximal 25 Spieler. Von diesen 25 Kader-Plätzen können jedoch nur 17 frei registriert werden, die anderen Plätze haben spezielle Voraussetzungen.

Auf der A-Liste müssen mindestens acht Verbands-Eigengewächse („Local Player“) stehen. Das bedeutet, dass sie zwischen dem 15. und 22. Geburtstag mindestens drei volle Saisons für einen Verein im Verband (in diesem Fall dem DFB) spielberechtigt gewesen sein müssen. Außerdem müssen mindestens vier Spieler Vereins-Eigengewächse sein, d.h. sie waren im selben Zeitraum mindestens drei Saisons für den Verein spielberechtigt.

Die Vereins-Eigengewächse fungieren in Doppelfunktion immer auch als Verbands-Eigengewächse, weshalb man in der Regel von „4+4“ Eigengewächsen spricht, d.h. vier Vereins- und zusätzlich vier Verbands-Eigengewächse. Kann man von diesen acht Plätzen nicht alle passend besetzen, muss die Anzahl Plätze frei bleiben. So geschehen bspw. bei Eintracht Frankfurt in der Saison 2021/22, als man nur drei Vereins-Eigengewächse im Kader hatte und deshalb nur 24 Spieler über die A-Liste nominieren durfte.

Registrierung der B-Liste und Torhüter

Die B-Liste ist für Nachwuchsspieler vorgesehen. Hierfür ist berechtigt, wer unter 21 ist (Stichtag 01.01.2001, d.h. wer in diesem Jahr erst 21 geworden ist, zählt als U21) und schon zwei volle Saisons für den Verein spielberechtigt war. Die B-Liste hat keine Beschränkung in der Anzahl der Spieler. Außerdem gibt es keine Deadline, Spieler können noch am Vortag der Spiele auf die B-Liste gesetzt werden.

Spezielle Regeln gibt es auch für Torhüter. Im 25-Mann-Kader der A-Liste müssen zwei Torhüter enthalten sein. Jedoch gibt es eine Sondersituation: Verletzt sich ein Torhüter länger, kann der Verein einen weiteren Torhüter nachnominieren. Auch das war bei Frankfurt 21/22 zu sehen, die Jens Grahl nachnominierten, als Diant Ramaj sich schwer verletzte. Einen dritten Torhüter auf der A-Liste zu haben, lohnt sich also selten. Beliebter ist es, einen dritten über die B-Liste mitzunehmen.

Der Freiburg-Kader im UEFA-Überblick

Plant man nun einen Kader, fängt man am besten hinten an: Wer ist über die B-Liste nominierbar und muss daher nicht für die A-Liste gerechnet werden? Hier finden sich im Bundesliga-Kader des SC Freiburg gleich sieben Spieler: Noah Atubolu (TW), Kimberly Ezekwem (LV), Emilio Kehrer (MS), Kevin Schade (RF), Kiliann Sildillia (IV), Robert Wagner (ZM) und Noah Weißhaupt (LF).

Als nächstes schaut man sich an, wer die „4+4“ Eigengewächs-Plätze belegt. Bei der eigentlichen Registrierung gibt es zwar keine „Plätze“ in dem Sinne, es müssen einfach insgesamt die Regeln erfüllt werden. Der Anschaulichkeit halber ist es aber sinnvoll, von vorgesehenen Plätzen für Eigengewächse auszugehen. Dadurch ergeben sich keine Ungenauigkeiten oder Probleme.

Bei den Vereins-Eigengewächsen ist man sogar überbesetzt. Fünf Spieler aus dem kommenden Kader wären hier berechtigt: Matthias Ginter (IV), Christian Günter (LV), Nicolas Höfler (DM), Yannik Keitel (DM) und Jonathan Schmid (RV). Einen der fünf Spieler könnte man also abgeben, ohne Probleme mit der Registrierung zu bekommen.

Eigengewächse und die es mal werden wollen.

Eigengewächse und die es mal werden wollen: v.l.n.r. Günter, Sildillia und Höfler (Quelle: nur-der-scf.de)

Verbands-Eigengewächse und A-Liste

Natürlich würde das fünfte Vereins-Eigengewächs auch einen der vier übrigen Verbands-Eigengewächs-Plätze füllen. Zusätzlich stehen 13 weitere Spieler zur Verfügung, Sorgen braucht man sich also nicht machen: Ermedin Demirovic (MS), Maximilian Eggestein (ZM), Mark Flekken (TW), Vincenzo Grifo (LF), Manuel Gulde (IV), Lucas Höler (MS), Luca Itter (LV), Woo-yeong Jeong (OM), Lukas Kübler (RV), Nils Petersen (MS), Keven Schlotterbeck (IV), Niclas Thiede (TW), Benjamin Uphoff (TW).

Von diesen 13 Spielern plus dem fünften Vereins-Eigengewächs müssen mindestens vier Spieler im Kader stehen. Man sollte es kontrollieren, aber eigentlich braucht man sich bei diesen Zahlen nicht danach richten. Mit nur vier A-Listen-Spielern, die nicht als Verbands-Eigengewächs zählen, wird man die geforderten acht nicht unterschreiten.

Für diese vier Nicht-Eigengewächse und die übrigen zehn Eigengewächse ohne dedizierten Platz sind dann 17 weitere Kader-Plätze ohne Sonderregeln für die Registrierung verfügbar. Ohne Eigengewächs-Rolle im Freiburg-Kader sind: Nishan Burkart (MS), Philipp Lienhart (IV), Roland Sallai (RF) und Hugo Siquet (RV).

Was passiert bei Neuzugängen?

Da der Kader derzeit 29 Spieler umfasst, von denen sieben Spieler über die B-Liste nominierbar sind, belegt das aktuelle Team nur 22 Plätze der A-Liste. Wie vorher erwähnt, stehen selten drei Torhüter auf der A-Liste. Rechnet man Benjamin Uphoff oder Niclas Thiede heraus (davon ausgehend, dass Mark Flekken die Nummer Eins ist), bleibt im aktuellen Kader sogar Platz für vier weitere Spieler, ohne dass man Spieler abgeben müsste.

Die A-Liste muss nach der Transfer-Deadline am 01.09.2022 bei der UEFA gemeldet werden. Im Winter kann Freiburg bis zu drei Neu-Registrierungen vornehmen, die entweder für leere Plätze einspringen oder gegen andere Spieler getauscht werden können. Seit der vergangenen Saison dürfen Neuregistierungen auch in der Hinrunde schon für einen anderen Verein gespielt haben.

Die Kaderplanung des SC Freiburg als Übersicht

Zur schnellen Übersicht: Die Kaderplanung des SC Freiburg für die Europa League

Registrierung des Bundesliga-Kaders

In der Bundesliga gibt es zwar ähnliche Regeln, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied. Es müssen zwar ebenfalls „4+4“ Eigengewächse im Kader sein, jedoch müssen auch zwölf Lizenz-Spieler aus Deutschland kommen. Da es für den Bundesliga-Kader aber keine Obergrenze von 25 Spielern (und entsprechend keine B-Liste) gibt, tricksen hier viele Vereine und geben deutschen Eigengewächsen aus der U19 oder U23 Profiverträge, um diese zwölf Lizenzspieler und acht Eigengewächse aufzufüllen.

Der SC Freiburg braucht sich hier keine Sorgen zu machen. Die Eigengewächs-Regelung füllt man beim Sport-Club problemlos. Zudem hat man 17 deutsche Lizenzspieler im Profikader, auch ohne den bewährten Jugend-Trick anzuwenden. Der SC Freiburg hat also gemessen an den UEFA- und DFL-Richtlinien einen sehr gut aufgestellten Kader und vor allem eine überdurchschnittlich gute eigene Jugendarbeit.

Quelle Titelbild: nur-der-scf.de

Autor: Nik Staiger (Twitter @Nik_Staiger)

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