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eintracht frankfurt teamfoto 2019/20
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Eintracht Frankfurt: Fazit zur Kaderplanung 2019/20

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Der Deadline-Day 2019 ist vorüber, der Kader für die neue Saison steht endlich. Zeit für einen Gesamtüberblick und Prognosen für diese Saison samt Best-Of-Videos unserer Zu- und Abgänge.

Fazit Saison 2018/19

Beginnen wir mit einem Rückblick auf die letzte Saison, da deren Verlauf die aktuelle Kaderplanung massiv beeinflusst hat. Nach holprigem Start unter dem neuen Trainer Adi Hütter samt Pokal-Aus hat die magische SGE in die Spur gefunden und uns Fans vor allem unglaubliche europäische Nächte bereitet. Erst im Halbfinale gegen Chelsea knapp im Elfmeterschießen gescheitert – wie wir vielleicht gegen Arsenal performt hätten, kann man bald in der aktuellen Gruppenphase sehen. Dazu hat man lange um einen Platz in der Champions League mitgespielt – erst gegen Ende der Doppelbelastung ging die Luft aus.

Der begeisternde Angriffs-Fußball forderte seinen Tribut und der Kader war – vor allem im Mittelfeld – in der Breite qualitativ zu dünn besetzt. Immerhin hat man die EL-Quali erreicht. Bei Erreichen der Champions League wären Büffel wie Haller möglicherweise geblieben oder gar massivere Verstärkungen drin gewesen. Hier mag man ein klein wenig hadern. Aber der Weg, den die SGE in den letzten drei Jahren vom Abstiegskandidaten zum Pokalsieger und EL-Halbfinalisten zurückgelegt hat, ist unglaublich!

Insofern macht es Sinn, weiterhin mit einer gesunden Mischung aus Aufbruchstimmung und Kovac’scher Demut zu leben. Wir wissen, wo wir her kommen. Aber wir haben auch einen Plan, uns weiter vorn dauerhaft zu etablieren. Sportlich erfolgreich, finanziell gesund, insgesamt aufstrebend. Weiterhin geile Zeiten als Eintracht-Fan!

Zur Einstimmung erstmal ein Video, das Lust auf die neue Saison macht:

Die Abgänge

Die sportlich Verantwortlichen hatten bereits vorgewarnt: Es wäre möglich, dass die komplette Büffelherde gehen wird. Genau dies ist geschehen, wenn auch teils kurzfristig oder gar überraschend.

Luka Jovic

Der Shootingstar. Für die Rekordsumme von über 60 Millionen Euro – mit Boni vielleicht gar 70 Millionen – zum Top-Club Real Madrid, zu dem man gern weiter gute Beziehungen pflegt. Zeigt am besten von allen, dass die SGE für unvollendete Talente, scheinbar gescheiterte Spieler, ein Sprungbrett zur absoluten Spitze bedeuten kann. Mehr Werbung geht eigentlich nicht. Zudem gleich zu Beginn der Saison einen finanziellen Spielraum für weitere Transfers geschaffen. Auch wenn sich der ein oder andere 5 bis 10 Millionen mehr Transfererlös erhofft hätte und der Abgang schmerzt: Geiler move!

Die Saison 18/19 mit Luka Jovic: 27 Tore und 7 Vorlagen in 48 Spielen, darunter 14 EL-Einsätze für den gerade mal 21jährigen.

Sébastien Haller

Der Unverzichtbare. Vielleicht der sportlich schmerzhafteste Abgang dieser Transferperiode. Ist zwar nur zu West Ham Utd., kann sich nun aber in der Premier League präsentieren und sich endgültig für die französische Nationalmannschaft empfehlen. Die Ablösesumme beträgt für einen Spieler seiner Qualität zwar bescheidene 40 (oder doch 50?) Millionen Euro, aber meine Wette ist, dass er nach Ablauf der Saison für eine deutlich höhere Summer innerhalb der PL zu einem absoluten Top-Club wechseln wird und die SGE nochmal finanziell profitiert. Zumal er dort weiter macht, wo er aufgehört hat: Tore schießen.

 

Die Saison 18/19 mit Haller: 20 Tore und 12 Vorlagen in 41 Spielen, darunter 10 EL-Einsätze. Leider war kein wirklich geiles Best-of-Video zu letzter Saison zu finden, Vorschläge gern in die Kommentare.

Ante Rebic

Der Oberbüffel. Vize-Weltmeister. Als man dachte, er bleibt noch, lief der Last-Minute-Transfer zum AC Mailand. Erstmal für zwei Jahre verliehen, Kaufoption oder Kaufpflicht scheint aufgrund der Kürze des Deals noch nicht zu bestehen, sondern noch geklärt zu werden. Fakt ist: Nach der WM und seiner Verletzung braucht er, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dazu stand er etwas im Schatten von Jovic und Haller. Kein leichtes Jahr für ihn. Und während vor der Saison die Interessenten noch Schlange standen, fand sich nun lange kein Club mit ernsthaftem Interesse. Im Umfeld häuften sich Gerüchte, dass er zunehmend unzufrieden sei, ein Wechsel auch für das Mannschaftsklima besser sei. Anyway, der Mann hat uns den größten Erfolg der letzten Jahrzehnte beschert. Und wer weiß, ob er in Italien nicht wieder unglücklich wird und spätestens im zwei Jahren wieder am Main kicken wird. Lassen wir uns überraschen 🙂

Die absolut legendärischen Tore vom Pokalfinale

Und natürlich Bruda – schlag de Ball lang

Zusammenstellung seiner Skills, Goals und Assists, allerdings auch von 17/18. Auch hier fehlt noch ein besseres Gesamtvideo.

Weitere Abgänge

Die drei Büffel waren die schmerzhaften Abgänge, Spieler, die man gern noch länger bei uns gesehen hat und die wohl auch gern jeder Fan irgendwann in der Zukunft gern wieder bei uns sehen würde. Nun der Kurzüberblick über weitere Abgänge bzw. verliehene Spieler:

  • Jetro Willems: Für 1 Million Leihgebühr in die PL zu Newcastle United. Als vielversprechender Nachfolger von Otsche für eine damalige Rekordsumme (neben Haller) gekommen. Hat seine PS aber nie wirklich auf die Straße gebracht, nach zwei roten Karten und der überzeugenden Vorstellung von Kostic außen vor, im Mittelfeld unzufrieden, braucht einen Verein, wo er im 442 als LV spielen kann. Hoffen wir, dass er in der PL Interessenten finden wird, immerhin bislang mit drei Einsätzen und einer Vorlage.
  • Andersson Ordóñez: Hat sich bei uns nie durchgesetzt, zurück zu seinem Heimatverein nach Ecuador mit kleinem Transferminus.
  • Danny Blum: Nach unergiebiger Leihe zu UD Las Palmas nun für 250.000 Euro in die zweite Liga zu Bochum transferiert. Passt für ihn, bereits 2 Tore und 2 Vorlagen in 5 Spielen.
  • Max Besuschkow: Die Leihe nach Belgien war durchwachsen. Jetzt in der zweiten Liga bei Jahn Regensburg deutlich überzeugender, als ZM schon zwei Tore in 6 Einsätzen. Passt. Mal schauen, wie sich der 22jährige noch entwickeln wird.
  • Branimir Hrgota: Nach Vertragsende ebenfalls in die zweite Liga ablösefrei nach Fürth. Könnte dort Teil der neuen Schweden-Offensive werden, schon 1 Tor und 1 Vorlage in 3 Spielen.
  • Marc Stendera: Ich zitere mich aus dem Forum von Transfermarkt.de. „Ein Zweitligist erhält ablösefrei (!) einen 23jährigen, entwicklungsfähigen Spieler mit 78 Bundesliga- (14 Scorer) und 4 EL-Spielen sowie kompletter U-Nationalmannschafts-Karriere, der über tolle Fähigkeiten in Sachen Ballbehandlung, Standards, Passtechnik, Einsatzbereitschaft, Kampfgeist, Mentalität etc. verfügt, einen richtig guten ZM, dem es für die SGE nur an Tempo für krasses Pressing mangelt und insgesamt aktuell an Spielpraxis. Dazu könnte er – wenn ich Hannover richtig verfolge – genau der perfekte Spieler sein für eine aktuell noch offene Baustelle. Ohne diese Verletzungshistorie wäre dieser Deal niemals möglich gewesen. Ich hab jedes Vorbereitungsspiel der SGE gesehen, da war Stendera superfit, noch besser in Form denn je, hat sich immer reingehauen, hinten abgeräumt und starke Pässe in die Offensive gespielt. Aber er passt nicht gut ins System Hütter, die Konkurrenz wie Rode (übrigens auch mit krasser Verletzungshistorie) ist einfach zu stark, unser Europa League Kader einfach zu gut – und der Junge braucht Spielpraxis. Hannover ist perfekt und könnte eine ähnliche Geschichte werden wie Kittel jetzt beim HSV.“ Viel Erfolg Marc!
  • Taleb Tawatha: Wie Stendera kam man ihm mit einer Vertragsauflösung entgegen, so dass auch der zweite LV gegangen ist. Hat an sich die Qualität, um in der zweiten Liga Stamm zu spielen und auch den ein oder anderen Erstligisten zu verstärken. Die Spielpraxis fehlt hat. Noch ist unklar, wohin sein Weg führen wird.
  • Mischa Häuser, Deji Beyreuther, Noel Knothe, Patrice Kabuya, Nelson Mandela Mbouhom: Gleich fünf Spieler aus der eigenen Jugend suchen nun ihr Glück in den vierten Ligen bei FSV Frankfurt (Regionalliga Südwest), Hoffenheim II (Regionalliga Südwest), Nürnberg II (Regionalliga Bayern), HSV II (Regionalliga Nord) und SF Lotte (Regionalliga West). Viel Glück, dass euer Weg weiter nach oben führt!

Gegangen, um wieder zu kommen

  • Tuta: Vielversprechender RIV, der erst einmal in die Jupiler Pro League nach Belgien verliehen wurde. Wenn es gut läuft, wiederholt sich die Erfolgsgeschichte von Kamada. Bislang allerdings noch ohne Einsatz. Zwei etabilierte IV vor ihm, hoffen wir, dass er sich zeitnah integrieren und zeigen kann – spätestens wenn einer der Stammspieler pausieren muss.
  • Rodrigo Zalazar: Das zweite Talent, das neu kam und gleich verliehen wurde, zu Korona Kielce in die ersten polnische Liga, wo er unter dem deutsch-italienischen Trainer Gino Lettieri schon mal zu drei Teilzeit-Einsätzen kam.

Noch da

Bei diesern Spielern hatte ich auf Veränderung gehofft, geschehen ist allerdings nichts:

  • Nicolai Müller: Konnte sich in Hannover nach seiner Leihe ein wenig zeigen, aber in einer desolaten Saison nicht wirklich punkten. Letzte Saison insgesamt immerhin 26 Spiele in Bundesliga, EL und Pokal, dabei 5 Treffer. Die SGE hätte ihm wohl keine Steine in den Weg gelegt, seltsam, dass sich trotz vorhandener Spielpraxis leider kein Abnehmer fand. St Pauli war bei dem 31jährigen im Gespräch. Vielleicht wird es zum Winter hin noch einen Transfer bzw. eine Vertragsauflösung geben. Ansonsten dann ablösefrei kommenden Sommer.
  • Marijan Cavar: Der 21jährige wurde ebenfalls als Talent geholt, brachte es letzte Saison bei seiner Leihe zum Tabellenvierten HSK Zrinjski Mostar in der ersten Liga von Bosnien-Herzegowina auf 13 Einsätze. Nicht schlecht, aber auch nicht überzeugend. Fraglich, wie es weitergeht.
  • Frederik Rönnow oder Felix Wiedwald: Vier Torhüter sind einer zuviel. Rönnow war leider immer wieder in den entscheidenden Momenten verletzt. Dauerhaft als Nr. 2 auf der Bank zu sitzen, dürfte nicht sein Anspruch sein. Wiedwald hat uns durch die EL-Qualifikation gebracht, solide gehalten, aber so mancher hätte mit ihm als Nr. 2 Bauchschmerzen. Mein Hoffnung war, dass Rönnow einen Verein im Ausland findet und wir mit Hannover 96 Wiedwald und Esser tauschen. Damit wären wir mit Trapp/Esser/Zimmermann sehr gut aufgestellt. Mal abwarten, ob hier im Winter etwas passieren wird.

Fazit Abgänge

Der Kader war am Ende der Saison definitiv zu groß, dazu zu viele Kicker ohne Einsatzchancen in dieser Saison. Mit 15 Abgängen (+ Tuta und Zalazar) ist hier richtig viel passiert, nur drei potentielle Abgänge blieben offen, wo man im Winter nachjustieren kann. Bei einigen wie Stendera oder Tawatha hätte ich auf eine kleine Ablösesumme gehofft, kann aber auch verstehen, dass man die Verträge aufgelöst hat, um den Spielern die Zukunft nicht zu verbauen und Gehaltskosten zu sparen – zumal Hütter nicht alle sinnvoll ins Training integrieren könnte.

Die Zugänge

So wichtig Abgänge sind, sind die Zugänge meist das, was die Fans noch mehr fasziniert. Und hier bot diese Transferperiode auch wieder das ein oder andere Schmankerl.

Gekommen um zu bleiben

Drei wichtige Leihspieler hatte die SGE letzte Saison, alle überzeugten. Fredi Bobic dämpfte bereits die Erwartungen, dass es möglich sein würde, alle dauerhaft zu verpflichten. Und dennoch ist es ihm nach teils harten Verhandlungen gelungen. Chapeau!

  • Kevin Trapp: Nationaltorhüter Nr. 3, gekommen vom absoluten Top-Club PSG. Ehemaliger Eintracht-Capitano. Führungsspieler. Damals für 10 Millionen verkauft, jetzt für 7 Millionen zurückgeholt. Perfekt!
  • Sebastian Rode: Und noch ein „verlorener Sohn“. 2014 zum Ärger vieler ablösefrei zu Bayern München, dann für 12 Millonen zu Borussia Dortmund, jetzt für 4 Millionen wieder in die Heimat. Zwischenzeitlich zwei Mal Deutscher Meister und zwei Mal Deutscher Pokalsieger geworden, insgesamt 12 Champions League und 15 Europa League-Einsätze. Ohne seine Verletzungshistorie würde man solch einen Spieler nur für eine zweistelliger Ablöse bekommen. Letzte Saison vom Kicker als Mittelfeld-Spieler internationaler Klasse ausgezeichnet.
  • Martin Hinteregger: Vom Augsburger Aussortierten zum Frankfurter Publikumsliebling. Was für eine Story. The Hinti-Army is back. Schwere Verhandlungen, Affären, viele Lügen in der Sensations-Presse statt Qualitätsjournalismus.

Im Grunde muss man zu diesen Dreien nicht viel schreiben. Sie haben uns letzte Saison qualitativ verstärkt und sind jetzt fest an Bord. Dazu an dieser Stelle:

  • Daichi Kamada: Hat sich nach seinem Jahr in Belgien mit großartigen Scorer-Werten (16 Tore, 9 Assists) in der Vorbereitung sofort in die Mannschaft gespielt und darf auch seither ran. Nach den letzten Jahren, wo die Gewinner der Vorbereitung im Pflichtspiel-Betrieb eher außen vor waren, eine großartige Entwicklung und ein gefühlter Neuzugang. Gut am Ball, gutes Auge für die Mitspieler, ein offensiver Spielgestalter, wie ihn die SGE brauchte. Erhält nun die notwendige Spielpraxis, die er braucht, um vor allem seine Scorer zu verbessern – aktuell 1 Tor und 1 Vorlage. Eine großartige Entwicklung des 23jährigen, mit dem man zeitnah verlängern sollte.

Die neuen Adler

Dazu kommen die Spieler, die völlig neu bei Eintracht Frankfurt sind. Einige wichtige Transfers wurden dabei zeitig klar gemacht, andere folgten erst kurz vor Schluss.

  • Djibril Sow: Ein Wunschspieler von Hütter, ein ZM, der als Box-to-Box-Spieler die Offensive ankurbeln kann. Kommt für 9 Millionen mit insgesamt 10 Champions-League- (CL und Qualifikation ), 4 EL-Spielen und – nach nachdem er alle U-Mannschaften durchlaufen hat – 4 Einsätzen für die Schweizer Nationalmannschaft. Soll die größte Schwachstelle der letzten Saison beheben, hat sich aber leider gleich zu Saisonbeginn verletzt. Erstmals eingewchselt, dürfte ab jetzt öfter zu sehen sein – wird spannend.
  • Dominik Kohr: Hard-Kohr im Mittelfeld. Noch streiten sich die Geister, ob die 8,5 Millionen für den Ersatzspieler von Bayer Leverkusen und ehemaligen U-Nationalspieler nicht etwas zu viel waren. Bislang mit Licht und Schatten, zwei Scorern in 9 Spielen, Hütter scheint überzeugt. Für mich ein Upgrade zu Gelson Fernandes.
  • Erik Durm: Dringend benötigter Backup für die Außenbahnen neben dem wieder genesenen Timmy Chandler. Der siebenfache deutsche Nationalspieler, Weltmeister von 2014, Pokalsieger und zweifacher Superpokalsieger mit Borussia Dortmund, 28 Premier League Einsätze, 15 Spielen in der Champions League kam dazu ablösefrei. Hat mir bei seinen bisherigen 4 Teilzeiteinsätzen meist gut gefallen, offensiv wie defensiv eine Verstärkung.
  • Dejan Joveljic: Wieder ein Talent von Roter Stern Belgrad. Umworben unter anderem von Hoffenheim, hat sich für die SGE entschieden – das zeigt unser neues Standing. Hat seine Torjägerqualitäten mit einem Tor in der EL-Quali bereits angedeutet, muss sich aber erst noch ans neue Land und die Bundesliga gewöhnen. Ein großes Versprechen auf die Zukunft, bekommt dieses Jahr hoffentlich noch einige Einsatzzeiten, um dann kommende Saison auf höherem Niveau zu scoren – war bei Jovic nicht anders.
  • Bas Dost: 18 Spiele für die niederländische Nationalmannschaft, 86 Bundesliga-Einsätze, 18x Champions League, 18x Europa League. 219 Tore und 47 Vorlage in 408 Spielen. Erfahrung und Torgarantie pur. Der perfekte Knipser für die Box.
  • André Silva: Last Minute noch ein weiterer großer Name. 2017 noch für 38 Millionen von Porto zu AC Mailand gewechselt. 33 Spiele und 15 Tore für die portugiesische Nationalmannschaft, Fußballer des Jahres 2016 in Portugal. In Italien durch Verletzungen und Umbrüche in Mailand nicht glücklich geworden, aber mit viel Potential und mit 23 Jahren auch noch sehr entwicklungsfähig. Guter Bekannter von Paciencia. Ein Spieler, der als Mittelstürmer und hängende Spitze kämpft und technisch überzeugen kann. Perfekt, um Bas Dost in Szene setzen zu können. Die von der SGE favorisierte A-Lösung im Sturm (B wäre Diaz von Madrid gewesen), an sich zu teuer, durch den Rebic-Deal kurzfristig möglich gewesen. Für zwei Jahre geliehen, eine Kaufoption wird hoffentlich noch zeitnah vereinbart – alles andere wäre untypisch Bobic.

Unerfüllte Wünsche

Zwei Spieler hätte ich mir bei uns noch gewünscht:

  • Alfredo Morelos: 23jähriger-Stürmer der Glasgow Rangers mit Top-Scorer Werten. War wohl angesichts seines Marktwertes und der Vertragsdauer nicht darstellbar. Hat zudem die Rangers in die EL geballert und wird dann eher mal in die PL wechseln.
  • Diogo Queirós: Kapitän der portugiesischen U20-Nationalmannschaft, RIV, der zudem Libero kann, der perfekte Hasebe-Nachfolger. Hat mittlerweile Vertrag bis 2023 bei Porto, ausgeliehen nach Belgien, hat sich damit wohl erledigt.

Fazit Zugänge

106 Millionen Einnahmen durch Verkäufe, 64 Millionen investiert, Rekorde bei Eintracht Frankfurt. Und wenn man sich die Namen der 9 Zugänge (+ Kamada) und ihre Vita durchliest, sind Spieler dabei, die vor zwei oder drei Jahren undenkbar gewesen wären. Alle offenen Baustellen wurden mit namhaften Spielern geschlossen. Dazu kann Hütter nun deutlich variantenreicher spielen lassen. Selbst die zweite Reihe ist stark besetzt, Einbrüche wie im letzten Jahr auf den letzten Metern undenkbar. Zumal man kräftesparender spielen kann, mehr Wert auf Technik und Spielkultur legen wird.

Das aktuelle Konzept

Seit Beginn der Ära Fredi Bobic stand jede Transferperiode unter eigenen Herausforderungen und Konzepten. Im ersten Jahr musste die sportliche Leitung mit knappstem Budget von gerade mal 2,5 Millionen Euro eine Mannschaft zusammenbauen, die nur ein Ziel hatte: Den Klassenerhalt. Dies wurde vor allem mit Leihspielern realisiert. Dann ging es zunehmend darum, auch Kaufoptionen zu erhalten, Mehrwerte zu schaffen.

In dieser Transferperiode lag der Schwerpunkt darauf, langfristige Perspektiven und Stabilität zu bekommen. Bis auf Silva sind alle neuen Spieler langfristig an die SGE gebunden. Transferbeteiligungen Dritter sollten sich im üblichen Rahmen von 10 oder 15% bewegen, hohe Beteiligungen wie weiland bei Rebic als man aufgrund knapper Budgets eher wenig investieren konnte, sollten nicht mehr existieren. Vor allem die älteren Spieler wie Trapp oder Hinteregger dürften der Eintracht bis zum Ende ihrer Profi-Karriere auf diesem Niveau erhalten bleiben. Massive Umbrüche wie die letzten Jahre sollten ab jetzt eher Seltenheitswert bekommen.

Finanziell und strukturell sieht es genauso aus: Mit dem Hauptsponsor wurde verlängert, der Neubau der Geschäftsstelle startet, die Eigenvermarktung läuft, beim Stadion bewegt man sich sukzessive, die Personalien der handelnden Verantwortlichen sind langfristig geklärt, auch mit Ben Manga wurde verlängert. Nach der Konsolidierung unter Bruchhagen wurde aus der grauen Maus nun ein rundum gesunder und prosperierender Fußballclub, der seine Diva-Allüren beerdigt hat und mit wichtigen, gesellschaftlich relevanten Statements punktet. Der Adler fliegt. Besser geht es kaum.

Mögliche Aufstellungen

Damit man sieht, welche Power Eintracht Frankfurt diese Saison auf den Platz bringen kann, hier Vorschläge vom Kollegen Invincible1 aus dem Transfermarkt-Forum auf der Basis der aktuell üblichen taktischen Aufstellung:

A-Elf

————Silva ————Dost ———-
——————–Kamada—————–
-Kostic—————————Da Costa-
—————–Rode — Sow ————–
——Hinti — Hasebe —Abraham ——
———————Trapp——————-

B-Elf

———-Joveljic —Paciencia ————
——————-Gacinovic—————
-Durm————————–Chandler-
—————-Torro –Kohr ————–
—-N`Dicka—– Falette —– Touré—-
————–Rönnow(2,5*)—————

Sogar der mögliche zweite Anzug wäre qualitativ in der Lage, die Liga zu halten. Und Spieler wie Fernandes oder de Guzman, der letzte Saison stark gescored hat, sind hier noch nicht mal aufgeführt.

Prognosen für die Saison 2019/20

Hinsichtlich der Mannschaftsteile sehe ich Eintracht Frankfurt für diese Saison folgendermaßen:

  • Defensive: Die Spieler der letzten Halb-Saison am Start. Aber NDicka nun in seiner zweiten Saison, Touré angekommen, Hinti fest verpflichtet, dito Trapp. Auch wenn Abraham und Hasebe langsam nachlassen, Russ vermutlich kaum noch eine Rolle spielen wird, dürfte die Rotation genug Körner bringen. Touré sollte noch etwas brauchen, hat aber schon gezeigt, wie gut er die rechte Seite verstärken kann, einige Fehler muss er noch abstellen. Insofern defensiv etwas stärker als letzte Saison.
  • Mittelfeld: Rode fix, Kohr und Sow als Verstärkung. Wenn sich nun sogar schon Torro und de Guzman hinten anstellen müssen, sagt das genug aus. Deutliche Verstärkung!
  • Offensive: Der Verlust der drei Büffel ist kaum aufzufangen. Dennoch: Angesichts der nicht leichten Situation auf dem Transfermarkt das Optimum rausgeholt. Ein erfahrener Knipser, ein großer Name auf Bewährung und ein Talent. Im Grunde besser als die Situation vor zwei Jahren, als sich Haller und Jovic auch erst akklimatisieren mussten und man noch nicht wusste, wie sehr sie überzeugen werden. Zumal Paciencia nun das zweite Jahr da ist und mit 5 Treffern und 2 Vorlagen in 10 Spielen bereits gezeigt hat, dass er bereit ist.

Wenn ich die Sache gewohnt optimistisch angehe, sieht es für mich so aus (Stand dritter Spieltag, sinnvoller geht es erst am ca. zehnten Spieltag):

  • Bayern, Leipzig, BVB und Leverkusen sehe ich vor uns. Wobei es bei einem dieser vier auch durchaus mal zu Einbrüchen kommen kann. Hier hoffe ich vor allem auf Leverkusen, die sich gut verstärkt haben, aber defensiv nicht 100% safe sind. Leipzig performt unter Nagelsmann brutal, hier waren wir im direkten Vergleich aber auf Augenhöhe – und das ohne unsere neuen Stürmer. Verstecken muss sich die SGE nicht.
  • Wolfsburg und BMG sehe ich am ehsten auf Augenhöhe mit uns und direktesten Mitbewerber um die EL-Plätze. Bei Gladbach habe ich aber Fragezeichen und sehe sie eher hinter uns. Wie WOB samt EL-Belastung auf Dauer ohne Labbadia performt, wird sich zeigen.
  • Bremen, Hoffenheim und Berlin wären Kandidaten für einstellige Platzierungen, schwächeln zu Beginn aber stark. Gerade Hertha mit dem neuen Trainer könnte trotz starker Verpflichtungen samt Investor unterperformen. Ähnlich könnte es bei Hoffenheim werden.
  • Freiburg und Düsseldorf sehe ich im gesicherten Mittelfeld.
  • Und dann der Abstiegskampf: Schalke dürfte hier wieder mitmischen, Augsburg sowieso, Köln sollte die Klasse halten, Union und Paderborn bis zum Schluss kämpfen. Mainz (danke für Hilfe im Endspurt letzte Saison!) könnte es an sich packen, hat jedoch einen denkbar schlechten Start hingelegt.

Insofern: Am Ende sollte für uns eine einstelliger Platzierung herausspringen. Wenn es gut läuft, könnten wir uns wieder für die Europa League qualifizieren, Platz 6 wäre drin. Und wenn die Konkurrenz schwächelt und wir richtig rocken sollten, vor allem die Neuzugänge, dann ist so manches möglich 🙂 Dazu im Pokal weiter kommen und die Gruppenphase der EL mit einem gut möglichen zweiten Platz abschließen.

Auf geht’s, SGE! Kämpfen und siegen.

Fotonachweis: Mit freundlicher Genehmigung von www.eintracht.de – das aktuelle Mannschaftsfoto, allerdings fehlen noch einige Neuzugänge. während andere abgebildete Spieler den Verein bereits verlassen haben.

Ein Kommentar

  1. Tolle Analyse … sehe ich auch so! Danke

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